MICHAELA OERTLI · PRAXIS & ENTWICKLUNG

Das Cappuccino-Prinzip: Deine Coachingpraxis darf klein beginnen

Drei Cappuccinos und ein Notizbuch auf einem Cafétisch – KI-generiertes Themenbild.

KI-generiertes Themenbild

Die Coachingausbildung ist fertig. Jetzt kündigen, eine Agentur beauftragen, eine grosse Webseite bauen und richtig auffahren? Ich würde zuerst einen Cappuccino trinken. Nicht, um den Wunsch kleinzureden. Sondern um den nächsten Schritt so zu wählen, dass Du ihn tragen und daraus lernen kannst.

Nicht jeder Anfang braucht den grossen Sprung

Nach einer Ausbildung ist oft viel Energie da. Endlich soll sichtbar werden, wofür Du gelernt hast. Ein professioneller Auftritt kann sinnvoll sein. Er beantwortet aber noch nicht die Frage, ob Menschen Dein Angebot verstehen, brauchen und buchen.

Wenn Du sehr früh alles veränderst, wächst der Druck: Der neue Weg muss sofort funktionieren. Ich möchte lieber Raum schaffen, in dem Du Deine Praxis aufbauen und prüfen kannst, was tatsächlich trägt.

Was ich mit dem Cappuccino-Prinzip meine

Ich verwende dieses Bild für einen überschaubaren Anfang: ein konkretes Gespräch, eine klare Frage und ein nächster Schritt, der zu Deinen Möglichkeiten passt. So wie eine Tasse Cappuccino einen begrenzten Rahmen hat, darf auch Dein erster Versuch einen begrenzten Einsatz haben.

Es geht nicht darum, Dir eine kleine Zukunft vorzunehmen. Es geht darum, heute nicht mehr zu riskieren, als für die nächste hilfreiche Erfahrung nötig ist. Dein bisheriger Beruf, Deine Kontakte oder andere Einnahmen können dabei eine Brücke sein, solange sich die neue Praxis entwickelt.

Erst Begegnung, dann der grössere Auftritt

Bevor Du ein umfassendes Markenprojekt startest, könntest Du mit Menschen aus Deiner Zielgruppe sprechen. Welche Situationen beschäftigen sie? Welche Worte verwenden sie? Was wäre für sie eine hilfreiche Unterstützung?

Höre zu, ohne aus jedem Gespräch einen Verkauf machen zu müssen. Entwickle daraus ein verständliches, begrenztes Angebot. Erprobe es sorgfältig und hole Rückmeldungen ein. Eine einfache Seite mit einem klaren Kontaktweg kann dafür zunächst genügen. Grössere Investitionen lassen sich später an konkreten Erfahrungen ausrichten.

Klein beginnen braucht Verbindlichkeit

Auch ein kleiner Anfang braucht einen Platz im Kalender. Lege fest, wie viel Zeit Du regelmässig investieren kannst, welchen finanziellen Rahmen Du Dir setzt und wann Du auf die bisherigen Erfahrungen schaust.

Zum Beispiel: jede Woche ein konkreter Schritt nach draussen und ein kurzer Rückblick. Welche Einladung hast Du ausgesprochen? Welche Rückmeldung hast Du bekommen? Was änderst Du daran? So wird aus vorsichtigem Beginnen ein bewusster Aufbau – statt endlosem Vorbereiten.

Prüfe die praktischen Bedingungen für Deinen Einstieg, etwa Vereinbarungen mit Deinem Arbeitgeber, verfügbare Zeit und die Voraussetzungen für Deine Tätigkeit. Ein Rahmen, der zu Deinem Leben passt, ist ein Teil des Angebotsaufbaus.

Austausch, der zu einer Handlung führt

Gespräche mit anderen können entlasten und neue Perspektiven öffnen. Hilfreich werden sie für Deine Praxis besonders dann, wenn daraus eine überprüfbare Handlung entsteht. Sonst trinken wir vielleicht viele Cappuccinos und bleiben trotzdem bei denselben Fragen stehen.

Bring deshalb eine konkrete Situation mit: eine Einladung, die Du noch nicht aussprichst; ein Angebot, das Du nicht verständlich erklären kannst; oder einen nächsten Versuch, für den Du Rückmeldung möchtest. Nimm eine Entscheidung mit und probiere sie im Alltag aus.

Cappuccino Hours: eine Stunde, drei Plätze

In meinen Cappuccino Hours gibt es Raum für diesen kleinen, konkreten Austausch: jeweils am ersten Dienstag im Monat von 8:00 bis 9:00 Uhr, mit drei Plätzen.

Du kannst Deine Frage aus dem Aufbau Deiner Coachingpraxis mitbringen, eine andere Perspektive hören und Deinen nächsten überschaubaren Schritt schärfen. Die Anfrage ist zunächst eine Platzanfrage; die Teilnahme und die weiteren Details bestätigen wir persönlich.

Dein nächster Schritt darf überschaubar sein

Du brauchst heute nicht die endgültige Antwort auf Deine berufliche Zukunft. Vielleicht brauchst Du zunächst ein Gespräch und einen Versuch, der Dich aus dem Grübeln ins Erleben bringt.

Wie Du einen solchen Versuch planst, findest Du im Beitrag zum Prototyp-Prinzip. Und wenn Du gerade zwischen Zertifikat und Praxisaufbau stehst, lies auch Das Zertifikat ist da. Wo bleiben die Kunden?

Dein Platz bei den Cappuccino Hours

Erster Dienstag im Monat · 8:00–9:00 Uhr · 3 Plätze

Frage Deinen Platz über das Kontaktformular an und nenne «Cappuccino Hours» in Deiner Nachricht.

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