MICHAELA OERTLI · LERNEN & PRAXIS

Vom Wissen ins Tun: ein Schritt, der wirklich passt

Ein Mann schreibt am Zaun eines gepflegten Pferdeauslaufs auf trockenem Sandboden – KI-generiertes Themenfoto.

KI-generiertes Themenbild

Ein voller Ordner. Viele Notizen. Eine Ausbildung, aus der Du motiviert nach Hause kommst. Und dann die Frage: Wie beginne ich jetzt eigentlich? Zwischen etwas zu verstehen und es selbst anzuwenden liegt oft mehr als ein guter Vorsatz.

Deshalb gehört für mich zur Ausbildung die Begleitung ins Tun. Du brauchst Gelegenheit, auszuprobieren, Fragen zu stellen und Deine Erfahrungen gemeinsam einzuordnen.

Die erste Frage darf kleiner werden

„Wie baue ich mein ganzes Angebot auf?“ ist eine grosse Frage. „Welche eine Sequenz kann ich als Nächstes gut vorbereiten?“ ist oft leichter zu beantworten. Sie macht den Weg nicht weniger anspruchsvoll. Sie gibt ihm einen Anfang.

Vielleicht möchtest Du üben, einen Auftrag klar zu besprechen. Vielleicht geht es um Deine Beobachtung von Mensch und Pferd oder um eine gute Abschlussfrage. Nicht alles muss im selben Durchgang gelingen.

Ein Übungsrahmen statt eines Perfektionsplans

Für eine pferdeunterstützte Übungssequenz brauchst Du mehr als eine Methode. Wer ist dabei? Was ist vereinbart? Welche Erfahrung bringst Du mit? Wie werden die Bedürfnisse und Grenzen des Pferdes berücksichtigt? Und wer kann Dich fachlich begleiten?

Das sind keine Nebensachen. Ein klarer Rahmen gibt Dir die Möglichkeit, Dich auf Deinen Lernschritt zu konzentrieren. Du musst dafür nicht vorschnell ein fertiges Angebot versprechen.

So kannst Du Deinen nächsten Schritt planen

  1. Wähle einen Schwerpunkt. Was möchtest Du konkret sicherer können?
  2. Beschreibe eine überschaubare Situation. Wer macht was, wo und in welchem vereinbarten Rahmen?
  3. Organisiere Rückmeldung. Was soll eine fachliche Begleitperson beobachten? Welche Frage möchtest Du danach besprechen?
  4. Halte eine Erkenntnis fest. Was möchtest Du beim nächsten Mal beibehalten oder anders versuchen?

Wenn Du mit Video arbeitest, vereinbare Aufnahmen und deren Verwendung vorher mit allen Beteiligten. Manchmal zeigt ein kurzer Ausschnitt mehr als eine lange Erinnerung – entscheidend ist, dass Du weisst, worauf Du schauen möchtest.

Deine eigene Arbeitsweise entsteht in der Praxis

Fachwissen bleibt wichtig. Aber Vertrauen in Dein Können entsteht auch dadurch, dass Du erlebst: Ich kann wahrnehmen, nachfragen, mein Vorgehen begründen und bei Bedarf Unterstützung holen. Du darfst lernen, während Du Deinen Stil entwickelst.

Mein Impuls für Dich: Ergänze heute diesen Satz möglichst konkret: „Als Nächstes übe ich … und hole mir dazu Rückmeldung von …“ Wenn Du ihn noch nicht ausfüllen kannst, ist genau das eine gute Frage für ein Begleitgespräch.

In der individuellen AHAA®-Ausbildung verbinden wir Deinen Lernplan mit Praxistagen, Reflexion und Supervision. Für eine gezielte Vertiefung Deiner bestehenden Arbeit findest Du hier die AHAA®-Weiterbildungen.

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