MICHAELA OERTLI · EANI® IM ALLTAG

Eine kleine Pause, bevor Du antwortest

Eine Frau nimmt sich am Küchentisch einen Moment Abstand von Laptop und Unterlagen – KI-generiertes Themenfoto.

KI-generiertes Themenbild

Das Telefon klingelt. Eine Nachricht wartet. Jemand möchte jetzt eine Antwort. Und Du merkst: Eigentlich ist gerade schon genug. Trotzdem sagst Du schnell Ja, erklärst Dich oder wirst schärfer, als Du es wolltest.

Du brauchst in diesem Moment vielleicht keinen neuen Plan für Dein ganzes Leben. Vielleicht brauchst Du zuerst ein wenig Zeit zwischen der Anforderung und Deiner Antwort.

Eine Pause darf klein sein

Mit Pause meine ich keinen perfekt ruhigen Ort und keine zusätzliche Aufgabe, die Du auch noch erledigen musst. Es kann ein Blick aus dem Fenster sein. Ein Schluck Wasser. Oder der Satz: „Ich möchte kurz darüber nachdenken und melde mich nachher.“

Ob sich das hilfreich anfühlt, darfst Du selbst prüfen. Es geht darum, eine Möglichkeit zu finden, die in Deinen Alltag passt – im Büro, am Küchentisch oder unterwegs.

Drei Fragen zur Orientierung

  1. Was ist gerade da? Vielleicht bemerkst Du Ungeduld, Müdigkeit oder den Gedanken, sofort reagieren zu müssen. Du musst es nicht bewerten.
  2. Was ist jetzt wirklich nötig? Braucht es tatsächlich sofort eine Entscheidung? Oder kannst Du erst eine Rückfrage stellen?
  3. Was ist ein kleiner, machbarer Schritt? Ein Glas Wasser holen, eine Aufgabe verschieben oder um fünf Minuten Zeit bitten kann konkreter sein als der Vorsatz, künftig immer gelassen zu bleiben.

Du kannst die Fragen einzeln nutzen. Es ist kein Programm, das vollständig abgearbeitet werden muss.

Ein alltäglicher Unterschied

Stell Dir vor, jemand bittet Dich um einen zusätzlichen Termin. Deine erste Antwort wäre ein automatisches Ja. Nach einem kurzen Innehalten bemerkst Du: Heute geht es nicht. Du antwortest: „Heute ist mein Tag schon voll. Am Donnerstag kann ich Dir Zeit anbieten.“

Die Aufgabe ist damit nicht verschwunden. Aber Deine Antwort enthält jetzt auch Dich. Genau diese kleinen Handlungsmöglichkeiten interessieren mich an EANI®: verstehen, was im Alltag geschieht, und einen passenden nächsten Schritt finden.

Du musst nicht erst alles verstehen

Manchmal merkst Du erst hinterher, was Du gebraucht hättest. Auch dann kannst Du noch etwas verändern: eine Zusage korrigieren, ein Gespräch wieder aufnehmen oder beim nächsten Mal früher eine Pause einplanen. Daraus muss keine weitere Forderung an Dich werden.

Wenn Du magst, wähle für morgen einen einzigen Satz, der Dir Zeit gibt. Zum Beispiel: „Ich komme darauf zurück.“ Schreibe ihn dorthin, wo Du ihn im richtigen Moment sehen kannst.

Weitere Anregungen findest Du bei EANI® – den Alltag anders verstehen. Auf der Startseite erhältst Du auch den kostenlosen PDF-Impuls „Wenn der Alltag zu viel wird“.

Kontakt · AGB